Mehr als eine Million Euro für Asphaltierung des  Donauwegs?

Download: Pressemitteilung – Asphaltierung Donauweg_26.10.2026

Grüne hinterfragen hohe Kosten – und verweisen auf ökologische Risiken und dringendere Investitionen in den Radverkehr

Pentling. Die Grünen Pentling kritisieren die Pläne, den Donauweg zwischen der Walba in Unterirading und der Stadtgrenze Regensburg zu asphaltieren. Der Gemeinderat stimmte dem entsprechenden Antrag am 8. Oktober mit zwölf zu acht Stimmen zu. Die Grünen bezweifeln, dass die Investition von deutlich mehr als einer Million Euro angesichts bestehender Alternativen und ökologischer Folgen gerechtfertigt ist.

Der beliebte Wander- und Radweg führt durch wertvollen Naturraum entlang der Donau und besitzt bislang eine wassergebundene Wegedecke. Jetzt soll der Abschnitt für weit mehr als eine Million Euro asphaltiert werden. Die Gemeinde müsste für die Maßnahme nach derzeitigen Schätzungen rund 200.000 Euro selbst aufbringen. Der Rest könnte durch öffentliche Gelder gedeckt werden. Ob und in welcher Höhe diese bewilligt werden, ist bislang jedoch offen.

Aus Sicht der Grünen ist eine derart hohe Investition schwer zu rechtfertigen, solange an anderen Stellen der Gemeinde dringend benötigte sichere Radverbindungen fehlen. Während der Donauweg bereits genutzt werden kann, besteht andernorts erheblicher Handlungsbedarf.

„Bei vielen Vorhaben wird zu Recht gefragt, ob eine Investition wirklich notwendig und finanzierbar ist. Diesen Maßstab müssen wir auch beim Donauweg anlegen“, betont Dr. Christian Hartl, Gemeinderat und Ortsvorsitzender der Grünen Pentling. „Auch Fördermittel sind Steuergelder. Wir sollten sie nicht allein deshalb abrufen, weil sie zur Verfügung stehen, sondern sorgfältig abwägen, ob wir mit mehr als einer Million Euro an anderer Stelle nicht wesentlich mehr für einen sicheren Radverkehr und den Umwelt- und Klimaschutz erreichen könnten.“

Schon das Radverkehrskonzept des Landkreises Regensburg aus dem Jahr 2020 bewertete die Asphaltierung des Donauwegs lediglich mit einem mittleren Kosten-Nutzen-Verhältnis. Sie sollte nur dann infrage kommen, wenn die parallel verlaufenden Donautal- beziehungsweise Mattinger Straße nicht als Fahrradstraße ausgewiesen werden könne. Andere Maßnahmen, etwa die Verbreiterung zu schmaler Geh- und Radwege entlang der R4 zwischen Pentling und Regensburg, werden dagegen mit einem sehr guten Kosten-Nutzen-Verhältnis bewertet.

Die Grünen fordern deshalb, zunächst die Einrichtung einer Fahrradstraße entlang der Donau zu prüfen. Diese könnte den Radverkehr stärken und gleichzeitig den motorisierten Durchgangsverkehr begrenzen. Eine Asphaltierung des Uferwegs könnte hingegen die parallel verlaufende Straße für den Autoverkehr attraktiver machen und zusätzlichen Ausweichverkehr begünstigen.

Den naturnahen Charakter des Donauwegs als Naherholungsgebiet sehen die Grünen ebenfalls gefährdet. Eine asphaltierte Strecke dürfte mehr und schnellere Radfahrende, insbesondere mit E-Bikes, anziehen. Dadurch könnten Nutzungskonflikte zunehmen und Erholungsqualität für Spaziergänger, Familien mit Kindern und Kinderwagen sowie Jogger beeinträchtigen.

Auch aus ökologischer Sicht bestehen erhebliche Bedenken. Der Donauweg verläuft durch einen sensiblen Naturraum mit zwei europäischen Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebieten. Unmittelbar angrenzend liegt das Naturschutzgebiet Max-Schultze-Steig. Der BUND Naturschutz warnte daher schon 2020: „Eine Asphaltierung des Weges lehnen wir strikt ab und sehen hier auch erhebliche artenschutzrechtliche Probleme.“

Hinzu kommt die Bodenversiegelung. Zwar ist der bestehende Weg bereits befestigt, seine wassergebundene Oberfläche lässt jedoch mehr Regenwasser versickern als eine geschlossene Asphaltdecke. Eine vollständige Versiegelung würde die örtliche Versickerung weiter einschränken und den Oberflächenabfluss erhöhen.

„Angesichts zunehmender Trockenperioden, niedriger Wasserstände und der Herausforderungen bei der Grundwasserneubildung sollten wir zusätzliche Versiegelung möglichst vermeiden“, erklärt Hartl. „Wir brauchen Flächen, auf denen Regenwasser versickern kann – nicht immer mehr Asphalt.“

Die Grünen betonen, dass sie den Ausbau einer sicheren und attraktiven Radverkehrsinfrastruktur ausdrücklich unterstützen. Dafür brauche es jedoch ein durchdachtes Gesamtkonzept, das die Verbindungen zwischen den Ortsteilen und nach Regensburg verbessert, den Autoverkehr reduziert und die ökologischen Auswirkungen berücksichtigt.

„Unser Ziel muss sein, dass mehr Menschen sicher und gerne mit dem Fahrrad unterwegs sind“, sagt Hartl. „Dafür sollten wir die vorhandenen Planungen nutzen und dort investieren, wo der größte Nutzen entsteht, statt vorschnell eine teure Einzelmaßnahme voranzutreiben.“


Kontakt:

Bündnis 90/Die Grünen Pentling
Dr. Christian Hartl
Ortvorsitzender
Email: info@gruene-pentling.de

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