Pressemittelung: MdL Martin Stümpfig hielt Vortrag in Pentling.
Rund 40 interessierte Bürger:innen kamen am Dienstagabend (02.12.) in den Landgasthof Seedorf in Pentling, um über die Zukunft der Energieversorgung und den Ausbau der Windkraft vor Ort zu diskutieren. Eingeladen hatten die Grünen Pentling. Als Hauptredner war Martin Stümpfig, Landtagsabgeordneter und energiepolitischer Sprecher der Grünen im Bayerischen Landtag, zu Gast.
Klimakrise verschärft sich: Rekordanstieg von CO₂
Zu Beginn seines Vortrags stellte Stümpfig aktuelle Zahlen zur Klimakrise vor. Der CO₂-Gehalt in der Atmosphäre sei in diesem Jahr deutlich stärker angestiegen als in den Vorjahren. Mit rund 424 ppm (parts per million) erreiche er einen neuen Höchstwert. Hauptursachen seien die weiterhin hohe Nutzung fossiler Energieträger sowie zunehmende Waldbrände infolge von Hitze und Trockenheit[1].
Energiewende in Bayern: Windkraft als Schlüssel
In Bayern sei trotz allem kein deutlicher Rückgang der Treibhausgasemissionen in den letzten Jahren zu erkennen, so Stümpfig. Der Ausbau erneuerbarer Energien hinke deutlich hinterher. Gerade die Windkraft könne jedoch einen entscheidenden Beitrag zur Energiewende leisten.
„Windkraft ist im Winter unsere stärkste Quelle für erneuerbaren Strom. Genau dann ist der Bedarf am höchsten, da Photovoltaik naturgemäß weniger liefert“, erklärte Stümpfig.
Ein zentraler Grund für den Rückstand sei die 2014 eingeführte 10H-Regel gewesen. Diese schrieb vor, dass der Mindestabstand eines Windrades zu Wohnbebauung dem Zehnfachen seiner Höhe entsprechen muss. Da moderne Anlagen bis zu 260 Meter hoch sind, habe diese Regelung in dem dicht besiedelten Freistaat praktisch zu einem Ausbaustopp von Windenergie geführt.
Erst mit dem bundesweiten Wind-an-Land-Gesetz von 2022 sei nun wieder Bewegung in den Ausbau gekommen. Um das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen, sei jedoch eine deutlich stärkere Elektrifizierung von Verkehr, Gebäuden und Industrie notwendig – und dafür brauche man mehr grünen Strom.
Mögliche Windkraftflächen in Pentling
Konkret wurde es, als Stümpfig auf die Region Regensburg einging. Im Planungsverband Regensburg, zu dem neben der Stadt Regensburg auch die Landkreise Cham, Kelheim (Nord), Neumarkt und Regensburg gehören, sind derzeit 82 Vorranggebiete für Windkraft ausgewiesen. Das entspricht etwa 1,8 Prozent der Regionsfläche.
„Fast in jeder Gemeinde gibt es Flächen – niemand kann sich da aus der Verantwortung ziehen“, so Stümpfig.
Auf Pentlinger Gemeindegebiet sind vier potenzielle Flächen mit insgesamt rund 22 Hektar verzeichnet. Nach Einschätzung des Abgeordneten könnten je nach Standort ein bis zwei Anlagen pro Gebiet entstehen. Moderne Windräder erzeugten heute bis zu 15 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr. Zum Vergleich: Die Gemeinde Pentling hatte im Jahr … einen Stromverbrauch von … Millionen Kilowattstunden. Vor einer konkreten Entscheidung müssten jedoch Naturschutz, Abstände und die Beteiligung der Bevölkerung sorgfältig geprüft werden.
Bürgerbeteiligung als Chance
Ein zentrales Thema des Abends war die Frage, wie Kommunen und Bürgerinnen und Bürger von Windkraft profitieren können. Stümpfig schilderte verschiedene Modelle kommunaler Beteiligung: von Bürgerenergiegenossenschaften über vergünstigte Stromtarife bis hin zur Finanzierung sozialer Infrastruktur.
Auf die Frage, wie Anwohnerinnen und Anwohner des Ortsteils Poign konkret von einer Windkraftanlage profitieren könnten, nannte Grünen-Ortsvorsitzender Christian Hartl mögliche Modelle wie vergünstigte Stromtarife oder ein verbessertes Nahverkehrsangebot, etwa in Form eines Bürgerbusses. Voraussetzung dafür sei, dass Kommunen frühzeitig aktiv würden und sich entsprechende Flächen sicherten, bevor private Investoren tätig werden.
Technische Fragen und häufige Bedenken
In der anschließenden Fragerunde ging es vor allem um Natur- und Anwohnerschutz. Stümpfig erklärte, dass der Schutz bedrohter Vogel- und Fledermausarten durch verpflichtende Kartierungen sowie moderne Kamera- und KI-Systeme gewährleistet sei, die die Anlagen bei Gefahr automatisch stoppen. Infraschall liege deutlich unter den Werten, die etwa an Meeresküsten vorkommen. Laut Studien bestehe zudem kein Risiko für das Grundwasser.
Bezüglich möglicher Wertverluste von Immobilien wurde auf Studien verwiesen, die nur kurzfristige Effekte nach Inbetriebnahme feststellen konnten.
Auf die Frage nach der Veränderung des Landschaftsbildes sagte Stümpfig:
„Ja, man wird die Windräder sehen. Aber sie sind derzeit die beste Lösung, die wir haben. Und wenn wir in 30 Jahren bessere Technologien haben, können wir sie wieder abbauen.“
Vorstellung des Bürgermeisterkandidaten und der Gemeinderatsliste
Zu Beginn der Veranstaltung stellte Dr. Christian Hartl, Ortsvorsitzender der Grünen Pentling und Kandidat für die Kommunalwahl 2026, weitere Kandidatinnen und Kandidaten seiner Partei vor. Als Bürgermeisterkandidat tritt der Jurist Dr. Albrecht Obermüller an, der auf eine langjährige berufliche Tätigkeit auf europäischer Ebene, unter anderem im EU-Parlament in Brüssel, zurückblickt. Weitere Kandidierende für den Gemeinderat sind unter anderem die Journalistin Nina Heinisch, Datenstratege Elmar Grandel, Gemeinderatsmitglied Willi Haubner, der Mediziner und Apotheker Ekkehard Haen sowie Buchhalter Klaus Witzmann.
Kontakt:
Bündnis 90/Die Grünen Pentling
Dr. Christian Hartl
Ortvorsitzender
Email: info@gruene-pentling.de
[1] World Meteorological Organization: https://wmo.int/files/greenhouse-gas-bulletin-no-21.
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